Die Blasmusik in Marktoberdorf kann auf eine langjährige Tradition zurück blicken, denn schon 1781 spielten dort einige Musikanten, anlässlich der Aufstellung eines Galgens, auf. Dies waren, wenn man so will, die frühen Anfänge unserer Kapelle, die von 1850 bis zur Stadterhebung Marktoberdorfs im Jahre 1953 den Namen Vereinigung Musikgesellschaft Markt Oberdorf trug.

 

Anfang der 1900er Jahre wurde Kapelle zur Harmoniemusik umgewandelt, neue Instrumente, wie z B. Klarinetten kamen hinzu, und es wurde erstmals Marschmusik gespielt. Nach dem ersten Weltkrieg muss die Kapelle erst wieder neu aufgebaut werden und man beteiligt sich an einer Trauerparade für die gefallenen Krieger. 1920 wurde erstmals eine Jugendkapelle gegründet. Es folgten viele Musikfeste, bei denen die Kapelle,zunächst in der Mittelstufe und später in der Oberstufe sehr gute Ergebnisse erspielen konnte.1928 bekommt die Musikgesellschaft Markt Oberdorf eine neue Tracht. 1933 gründet Dirigent Regimus Reichardt eine Damenkapelle ( mit 7 Mitgliedern. Während der NS Zeit wurden keine Musikfeste mehr abgehalten und mit Kriegsbeginn 1939 war die Kapelle kaum noch spielfähig. Nach Kriegsende ergibt sich eine traurige Bilanz: 12 gefallene Musiker und die meisten Instrumente werden von den Amerikanern in Beschlag genommen. Erst 1946 wird die Kapelle almählich wieder spielfähig. In den folgenden Jahren umrahmte die Kapelle in und um Marktoberdorf viele Tanz- und Faschingsbälle, hierbei präsentierte sich die Kappelle oft als "Damenkapelle" (alle als Frauen verkleidet... ).

 

1951 bekennt sich Dirigent Regner zur Blasmusik und fordert in einem Zeitungsinterview, es müsse mehr Origaninalliteratur für Blasmusik geben. Da es seit Kriegsende keine Tracht mehr gab, wird 1952 eine neue angeschafft. Im Jahr darauf wird erstmals eine Vorstandschaft gewählt. Im Sommer 1953 findet ein Bezirksmusikfest in Marktoberdorf statt und der Markt Oberdorf wird zur Stadt Marktoberdorf erhoben. Mit der Stadterhebung wir die Vereinigung Musikgesellschaft Marktoberdorf zur Stadtkapelle Marktoberdorf.

 

Am 14. Januar 1956 wird eine Probe der 14-köpfigen Volksmusikgruppe der Stadtkapelle vom bayerischen Rundfunk ausgesendet
In den nächsten Jahren werden viele Partnerkapellen besucht und Ausflüge gemacht.

1978 spielt beim Osterkonzert erstmals das neugegründete Jugendblasorchester mit, in diesem Jahr wird in Marktoberdorf auch ein Musikfest veranstaltet und eine neue Tracht eingeführt. Im Juni 1987 kann die erste Kassette des Jugendblasorchesters und der Stadtkapelle präsentiert werden und im Herbst werden erstmals Proben im neuen Probenraum im Rathauskeller abgehalten, der zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fertiggestellt war. Im Mai 1988 wird der Proberaum schließlich feierlich eingeweiht.
1988 wird auch die erste CD mit dem Titel: "Scaramia" mit Werken des Komponisten Klaus-Peter Bruchmann produziert.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks werden am 27. April 1991 Aufnahmen produziert, die später auch gesendet werden. Zu einem Arbeitsausflug fährt die Stadtkapelle vom 14. bis 17. August 1991 zum Grenzgangsfest in Biedenkopf. Neben jeder Menge Musik ab 6 Uhr in der Früh gibt es auch jede Menge gute Verpflegung und so manche Blase an den Füßen. Auch in den Jahren 1998, 2005, 2012 waren wir später in Biedenkopf dabei.

Am 26. Januar 1992 sendet der Bayerische Rundfunk live aus dem Modeon „Grüße aus Marktoberdorf". Mit dabei natürlich die Stadtkapelle. Im diesem Jahr zieht sich der langjährige Dirigent Przybilla zurück und als zum Osterkonzert 1993 noch kein neuer Dirigent gefunden wurde,

übernimmt der 1. Vorstand Werner Himmer aushilfsweise die Leitung der Stadtkapelle. Danach übernimmt Maximilian M. Janetti die Stadtkapelle, der beim Jahreskonzert seinen öffentlichen Einstand gibt. 1994 wird unsere aktuelle Tracht eingeführt.

 

Im September 2001 veranstaltet die Stadtkapelle das Festival „Blasmusik im Ostallgäu". Am 18. Mai 2003 ist der Rundfunk in Marktoberdorf und sendet wie vor 25 Jahren Musik der Stadtkapelle Marktoberdorf aus dem Modeon.

2004 wird die Kindersymphonie „Peter und der Wolf" von der Stadtkapelle zusammen mit Schauspielern der Theaterschule mobilé im Modeon aufgeführt. In Summe haben knapp 5000 Zuhörer, davon 3000 Kinder dem Treiben von „Peter und der Wolf" zugeschaut und zugehört.Im Herbst 2006 erfolgt dann die Veröffentlichung der 2. produzierten CD der Stadtkapelle. Titel „Zugabe, Zugabe".
Erstmalig tritt die Stadtkapelle bei einem Musikfest am 1. Juli 2007 in der Extraklasse an. In Bidingen wird dabei mit sehr gutem Erfolg und 90 Punkten abgeschnitten.

Bei der Vorentscheidung am 18. November 2007 zum Deutschen Orchesterwettbewerb siegt die Stadtkapelle in Bad Windsheim in der Bayerischen Ausscheidung. Die Kapelle darf sich jetzt 4 Jahre lang bestes Bayerisches Orchester nennen. Auch dieses Jahr folgt die Stadtkapelle einer Einladung zu den Promenadenkonzerten nach Innsbruck. Am 2. August 2009 werden Märsche, die einen Bezug zu Berlin und Wien haben, gespielt.

Beim Jahreskonzert 2010 dirigiert Benjamin Böttinger im ersten Teil die Stadtkapelle als Teil seiner Dirigierprüfung, sein Abschlussexamen, das er mit erfolg besteht. Im zweiten Teil wird der langjährige Dirigent Maximilian M. Janetti verabschiedet.

Seit 2011 dirigiert Stefan Weber die Stadtkapelle Marktoberdorf, mit ihm kommen viele Neuerungen, vor allem in der Jugendarbeit. Die Aufführung des Dschungelbuches 2011 und 2012 in den Marktoberdorfer Grundschulen, sowie die Darbietung der Hans-Christian-Andersen Suite 2013 (in Zusammenarbeit mit dem Rotaryclub Marktoberdorf) in der Bayrischen Musikakademie fanden großen Anklang.

2012 beteiligt sich die Stadtkapelle an den Feierlichkeiten zu Ehren des Kurfürsten Clems Wenzeslaus.

Im September 2013 feiert die Freiwillige Feuerwehr Marktoberdorf ihr 150-jähriges Bestehen. Die Stadtkapelle Marktoberdorf spielt im großen Festzelt am Modeonsplatz und beteiligt sich am großen Festumzug. Auch dadurch wird das erste große Vereinsfest in Marktoberdorf seit mehreren Jahren ein großer Erfolg. Neben der Freundschaft zum Feuerwehrverein wurde auch die zwischen der Bläserphilharmonie Werneck und der Stadtkapelle durch das gemeinsame Jahreskonzert im Modeon gestärkt.

Im Juli 2014 wird abermals das Dschungelbuch in der Turnhalle der Sankt Martin Grundschule aufgeführt. Trotz strahlendem Sonnenschein kann die Stadtkapelle die kleinen und großen Zuhörer mit zwei Vorführungen begeistern. Drei Monate später ist die Stadtkapelle während eines 3-tägigen Konzertausflugs zu Gast im Saarland. Anlass ist der 50. Geburtstag des Dirigenten Stefan Weber. Im Rahmen des Ausflugs wird auch ein Konzert im Cloef-Atrium in Orscholz aufgeführt.